Vom Reisen und anderen Erkenntnissen


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Erste Lektion: Das Volontärsleben besteht aus Reisen. Da werden Lokalredaktion abgeklappert: in dem schönen Domstädtchen Speyer, dessen Charme sich im vergangenen Sommer bei 40 Grad und tropischer Luftfeuchtigkeit im Schweiß verliert; in der Südwestpfalz bei den Schlabbeflickern in „Bärmesens“; in „Derkem“ und in der Heimat: Kaiserslautern. Und dann ist da ja noch Ludwigshafen. Nicht, dass es dort mit dem Reisen vorbei wäre. Von der Online-Redaktion, über die Politik, die Kultur, hin zum Sport und der Frage von Kollege Oliver Sperk: „Magst du mit dem FCK ins Trainingslager fahren?“
Aber klar doch! Das wird der längste Außentermin meines noch jungen Arbeitslebens. Es geht nach Zams, Westtirol: 3400 Einwohner. Dagegen versprüht die Pfalz fast großstädtische Atmosphäre. Wer hätte das gedacht?

Zweite Lektion: Das Volontärsleben besteht aus Warten. Auf den Beginn des Testspiels in Horw (weil die Autofahrt eben doch nur vier Stunden dauert); darauf, dass die Profis zur ersten Trainingseinheit in Österreich auf den Platz kommen; auf Trainer Tayfun Korkut, der sich in seinen Aussagen noch nicht in die Karten gucken lassen möchte.
Doch das Warten wird hier fast schon zum Genuss. Mit einem Blick auf die sich auftürmenden Berge, auf den sich in sanften Linien durch das Tal ziehenden Inn stelle ich fest, es gibt schlechtere Orte zum Arbeiten. Und an alle, die im Vorfeld geunkt haben, es wäre ohnehin nur Urlaub, nein, es ist tatsächlich Arbeit. Denn Trainingslager heißt für Journalisten wie Spieler: zwei Einheiten am Tag, dazwischen ein Interview mit den „Neuen“, dem Trainer, Sportdirektor, drei Testspiele.

Mein Fazit: Egal, ob für den Zweitligisten am Ende ein zehnter Platz, der Aufstieg oder der Abstieg stehen sollte: Für mich als Volontärin hat sich die Reise in jedem Fall gelohnt.

 
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Sara Brunn

Über Sara Brunn

Geboren in Kaiserslautern, ist Sara Brunn Westpfälzerin durch und durch. Seit 2015 ist sie Volontärin bei der RHEINPFALZ. Ausgestattet mit Block und Stift macht sie sich am liebsten auf zu den Sportplätzen dieser Welt.

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