Der Bundespräsident und die Presse


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Vergangene Woche war ich auf Dienstreise in Berlin. Unter anderem habe ich am Festakt zum 60. Geburtstag des Deutschen Presserates teilgenommen. Der Presserat ist ein Organ der Selbstkontrolle der deutschen Medien. Sein Kodex ist eine wichtige Orientierungshilfe für journalistische Arbeit und er erspart uns so manche komplizierten Pressegesetze. Bundespräsident Joachim Gauck hielt bei der Feier die Festrede. Es ist bewundernswert, wie sorgfältig Gauck mit der deutschen Sprache umgeht, wie logisch und verständlich er argumentiert und wie präzise seine Wortwahl ist. Unabhängig vom Inhalt seiner Reden ist es meistens ein Genuss, ihm zuhören zu können.

Zur Presse hat Gauck klare Worte gefunden. Ich zitiere: Weiterlesen

 

Was bedeutet Europa?


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Für mich ist es in erster Linie die Freiheit sich bewegen zu können. Egal ob ich nach Spanien, Schweden oder nach Bulgarien reisen möchte: Die Buchung eines Zug- oder Flugtickets und einer Unterkunft reichen. Umständliche Kontrollen, die Beschaffung eines Visums sind Vergangenheit. Und: Wir gehen in Sicherheit durch die Straßen. Bis jetzt. Dieser Geist ist auch in Brüssel rund um das Europäische Parlament und die Europäische Kommission zu spüren. Dorthin führte mich eine dreitägige Volontärsreise. Weiterlesen

 
esg

Mythos Journalist


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„Verbringen Journalisten ihre Mittagspause an der Tastatur, so wie im Film?“. „Haben Sie auch so wenig Freizeit wie die Journalisten in den Filmen?“ „Waren Sie gut in Deutsch?“

Einmal im Jahr besuche ich das Speyerer Edith-Stein-Gymnasium und tausche mich in einer Schulstunde mit Schülerinnen aus, die an unserem RHEINPFALZ-„Lesen!“-Projekt teilnehmen. Dabei tauchen immer sehr interessante, manchmal auch überraschende Fragen auf. Langweilig wird es nie mit den begeisterten Schülerinnen von Lehrerin Anne Jaschinski. So war es auch bei meinem Besuch der Klasse 8b vergangene Woche. Weiterlesen

 

Blitzlichter am Landgericht


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FT, Landgericht, Prozess Baby

Beim ersten Verhandlungstag im Frankenthaler Babymord-Prozess: RHEINPFALZ-Redakteur Christoph Hämmelmann und die Volontärin Sara Brunn. Foto: Bolte

10. November, erster Verhandlungstag im Babymord-Prozess vor dem Frankenthaler Landgericht, Sitzungssaal 20:

Ich selbst sitze als RHEINPFALZ-Volontärin mit gut einem Dutzend Journalisten in der ersten Reihe. Zuvor hat mich mein Weg erst ein einziges Mal vor Gericht geführt. Nicht als Prozessbeteiligte, sondern in rein beruflichem Auftrag. Die rund einstündige Verhandlung von damals mit den Worten „unspektakulär“ und „alltäglich“ zu beschreiben, wäre fast schon eine Übertreibung. Angeklagt war vor dem Pirmasenser Amtsgericht ein junger Mann, der auf einem Dorffest einen anderen verprügelt haben sollte. Das hier in Frankenthal ist etwas Anderes. Weiterlesen

 

Eine Frage der Freiheit


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Freiwillig in Polizeigewahrsam: RHEINPFALZ-Redakteurin Steffi Blinn. Foto: Moschel

Ich hab‘s unglaublich gern mit der Polizei zu tun. Mein Kollege vermutet, dass ich ein Faible für Männer in Uniform habe. Hab‘ ich nicht. Ich finde die Arbeit der Polizei einfach unglaublich spannend. Polizisten haben – wie wir Journalisten – „mit alle Sorte Leit“ zu tun. Und sie machen – wie wir Journalisten – manchmal ein ziemliches großes Geheimnis aus dem, was sie so tun. Was mich wiederum nur noch neugieriger macht. Weiterlesen

 

Wo ist das Franzosental?


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Es soll Menschen geben, die ihr ganzes Leben auf der Suche verbringen. Manche suchen ihre Brille, wieder andere die Gefahr, den ultimativen Kick, Ruhe und Frieden, den perfekten Dildo, sich selbst, das Glück, das Girl aus Mendocino.

Ich suche nach Dorfgemeinschaftshäusern. Weiterlesen

 

Liebesgrüße aus Kusel


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Als ich hörte, dass ich ab September die ersten zwei Monate meines Volontariats in Kusel sein würde, musste ich den Ort nochmal auf der Karte suchen. Vor meiner Bewerbung hatte ich mir zwar brav die Grenzen der Pfalz angeschaut und den Namen bereits aufgeschnappt. Die genaue Lage blieb aber nicht bei mir hängen. Es ist vielleicht aufgefallen: Ich bin kein Pfälzer.

Kusel am Morgen.

Kusel am Morgen.                                                                                                                                      Foto: Heimerl

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Unter der Brücke in Ludwigshafen


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Das Treffen mit dem Mafioso findet unter der Brücke statt. Ein alter Fiat 130, ein schwarzer BMW, zwei Kommissare: ein Mann und eine Frau. Die Kommissarin läuft auf das Auto zu, in dem der Sizilianer sitzt, zerrt ihn fluchend aus dem Fahrzeug. Sie zieht die Pistole und …

„Tatort“-Dreh in Ludwigshafen am Flussufer, hinter der Rhein-Galerie. Hafengelände, Container, über uns die Hochstraße mit ratternden Straßenbahnen, frösteln, 10 Uhr morgens. Kalt ist‘s. Weiterlesen

 

Der alternative Fußballbericht oder Neues vom KFC


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Auch ich habe kapiert, dass ein Tor gefallen ist. 1:0 für den FCK

Auch ich habe kapiert, dass ein Tor gefallen ist. 1:0 für den FCK. Mein erster Betze-Besuch nach Jahren hat sich gelohnt. Foto: skz

Ich komme aus einer pfälzischen, konservativen Familie. Zu der nicht nur der übliche Kirchgang gehört, sondern eben auch FCK-Fan zu sein. Und dass Frauen in der Küche sind, während die Männer entweder auf dem Betze jubeln oder einträchtig vorm TV sitzen (bitte Papa, enterbe mich nicht). Meine Sozialisation bestand aus Mitgliedschaft im FCK-Fanclub Landau-Mörlheim, FCK-Schal mit meinen Initialen drauf und gelegentlichen Busausflügen zum Betze. Meist mit Taschenlampe auf dem Rückweg durch den dunklen Wald. Und Konny Flicks Fleischwurst, die bei der Rast bei Johanniskreuz verspeist wurde. Weiterlesen

 

Und täglich grüßt die rote Mappe


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Leserbrieife; Rheinpfalz; Zeitung; rote Mappe

Die Ausdrucke aller überregionalen Leserbriefe werden in roten Mappen gesammelt. Dann durchlaufen diese mehrere Stationen im Haus, unter anderem die Chefredaktion. Foto: Lauer

Ein bisschen erinnert das Bearbeiten der Leserbriefe an die US-Filmkomödie ,,Und täglich grüßt das Murmeltier“. In dem Kinohit aus 1993 geht es um einen Wetteransager, der bei seiner täglichen Arbeit in einer Zeitschleife festsitzt. Eine solche Schleife scheint es auch in der RHEINPFALZ-Redaktion zu geben: Kaum hat man einen der dafür reservierten knallroten Order mit den Leserbriefen des Tages beackert und es ruft der Feierabend, schon grüßt am nächsten Morgen frisch gefüllt die nächste leuchtend rote Mappe. Denn die RHEINPFALZ hat erfreulicherweise nicht nur Leser, die sie zum Frühstücksbrötchen oder tagsüber als Informations- und Unterhaltungsquelle nutzen, sondern auch viele, die ihre Meinung zu Berichten und Kommentaren veröffentlicht sehen wollen. In jeder Samstagsausgabe ist eine Seite den überregionalen Leserbriefen gewidmet.

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