Archiv für den Autor: Christoph Hämmelmann

Christoph Hämmelmann

Über Christoph Hämmelmann

Er ist ein Pfalzreporter mit Migrationshintergrund: Christoph Hämmelmann ist in Unterfranken aufgewachsen, hat in Würzburg Theologie studiert. Seit 2003 schreibt er für die RHEINPFALZ. Redakteur war der 39-Jährige in den Lokalredaktionen Frankenthal und Ludwigshafen, seit 2014 gehört er zum pfalzweit zuständigen Team des Ressorts „Südwestdeutsche Zeitung“.

Innenminister unter falschem Verdacht


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 Innenminister Roger Lewentz erklärt in Enkenbach-Alsenborn, wie sich sich rheinland-pfälzische Streifenpolizisten für Antiterror-Einsätze rüsten. Foto: dpa

Gut für den Bundestagswahlkampf: Innenminister Roger Lewentz erklärt in Enkenbach-Alsenborn, wie sich sich rheinland-pfälzische Streifenpolizisten für Antiterror-Einsätze rüsten. Foto: dpa

Journalisten sind misstrauisch – erst recht, wenn sie es, wie so oft, mit Politikern zu tun haben. In den vergangenen Tagen hegten wir einen Rücksichtslosigkeits-Verdacht gegen den rheinland-pfälzischen Innenminister Roger Lewentz. Denn er hatte zu einem Pressetermin ins westpfälzische Enkenbach-Alsenborn eingeladen. Dort sollten ganz normale Streifenpolizisten zeigen, wie sie in einem Fünf-Tage-Kurs darauf vorbereitet werden, mordlüsterne Terroristen oder Amokläufer zu stoppen. Doch dass ihr Dienstherr die Beamten ausgerechnet jetzt zu so einer Vorführung antreten ließ, kam uns ganz schön hartherzig vor. Weiterlesen

 

Wie ich zu Hotel-Empfehlungen aus Mekka kam


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Das wichtigste Heiligtum der Muslime: Eine Mannheimer Firma organisiert Mekka-Pilgerfahrten, bei denen berüchtigte Islamisten wie Pierre Vogel die Reiseleiter sind. Foto: dpa

Am wichtigsten Heiligtum der Muslime: Eine Mannheimer Firma organisiert Mekka-Pilgerfahrten, bei denen berüchtigte Islamisten wie Pierre Vogel die Reiseleiter sind. Foto: dpa

Facebook überrascht mich bisweilen mit Werbung, bei der mir rätselhaft bleibt, was sie mit meinen Interessen zu tun haben soll. Aber immerhin weiß ich, warum mir derzeit Unterkünfte in Mekka angepriesen werden: Ich habe zu Pilgerfahrten recherchiert, bei denen berüchtigte islamistische Prediger als Reiseleiter zum Servicepersonal gehören. Wer sich die Angebote genauer anschaut, landet immer wieder bei einer Mannheimer Firma. Weiterlesen

 

Schickeria-Töchter und ein harter Knacki: die Zeugen im „Chemical love“-Prozess


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"Chemical love" im Internet. Den Online-Dealern wird in Landau der Prozess gemacht.

Was die Kunden hier bestellten, lagerte versteckt in einem Keller im südpfälzischen Rülzheim: die Internet-Seite der Online-Dealer von „Chemical love“. Foto: Hämmelmann

Wegen Internet-Drogenhandels im ganz großen Stil ist der Hauptangeklagte im Landauer „Chemical love“-Verfahren am Freitag zu fast 15 Jahren Haft verdonnert worden. Ich war an den meisten Verhandlungstagen dabei, um für die RHEINPFALZ über das Verfahren zu berichten. So habe ich eine Menge, nun ja, interessanter Menschen erlebt. Denn Zeugen aus der Rotlicht- und der Drogenszene ließen die Richter ebenso antreten wie junge Frauen aus besserem Hause. Weiterlesen

 

Hilfe, ich brauche mehr Anführungszeichen


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Vom Verfassungsschutz präsentiert: gesammelte „Reichsbürger“-Werke. Foto: MDI RLP

Mein persönlicher Anführungszeichen-Vorrat dürfte, so fürchte ich, demnächst aufgebraucht sein. Denn ich war am Dienstag in Mainz bei einer Pressekonferenz des rheinland-pfälzischen Innenministers. Präsentiert hat Roger Lewentz (SPD) die gesammelten Erkenntnisse des Verfassungsschutzes über Leute, deren Bezeichnung man schon zwischen Doppelstrichlein setzen muss. Denn „Reichsbürger“ können behaupten, was sie wollen – sie bleiben halt doch Bürger der Bundesrepublik Deutschland. Weiterlesen

 

Ruinen-Porno im Luxushotel


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Lüstern: Stuckfiguren im einstigen Luxushotel „Waldlust“. Foto: Hämmelmann

Für Spesenritter ist die RHEINPFALZ der falsche Arbeitgeber: Auf Dienstreisen hat es zweckmäßig und sparsam zuzugehen. Doch vor ein paar Wochen durfte ich auf Verlagskosten trotzdem mal für paar Stunden in ein Luxushotel im Schwarzwald. Und dort etwas miterleben, was im Englischen als Pornografie bezeichnet wird. Weiterlesen

 

Spontan-Recherche auf dem Weg zum Mittagessen


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Ein Fahrzeug der Polizei ist am 13.06.2015 in Magdeburg (Sachsen-Anhalt) im Einsatz. Foto: Jens Wolf/dpa

Blaulicht in der Innenstadt: Weil die Polizei dafür die Straße absperrte, hat die RHEINPFALZ mitbekommen, wie der 13-jährige Terrorverdächtige wieder weggebracht wurde. Foto: dpa

Freitagmittag: Ich bin gerade mit Kolleginnen auf dem Weg in die Mittagspause in der Ludwigshafener Innenstadt, als ich in ein paar Hundert Metern Entfernung blinkende Blaulichter erspähe. Was auch immer da gerade los ist: Es passiert vor einem Haus, vor dem ich am Dienstagabend schon einmal gestanden habe. Auf der Suche nach Zivilfahndern, die einen erst 13 Jahre alten Terrorverdächtigen bewachen. Weiterlesen

 

Unzufrieden mit der eigenen Arbeit


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Meine Kollegin Rebekka Sambale hat mir den Sonntagabend vermiest. Den Nachmittag über hatten wir gemeinsam versucht, mehr über den gewaltsamen Tod des Ludwigshafener Unternehmers Ismail Torun herauszufinden. Dass wir mit dem Ergebnis unserer Arbeit trotzdem nicht zufrieden sein könnten, schrieb sie mir über Facebook, als ich endlich daheim auf der Couch saß. Leider hatte sie recht. Weiterlesen

 

„Schüschäscho“: Recherchieren in Frankreich


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Auf einmal habe ich den Eindruck, dass geschätzte Kollegen wie mein Chef Rolf Schlicher und mein Zimmergenosse Andreas Ganter ganz neugierig werden. Und dass sie ein wenig spöttisch grinsen. Denn ich telefoniere gerade. Auf Französisch. Vermutlich rechnen sie damit, dass meine Recherche in einem krachenden Misserfolg endet. Weiterlesen

 

Wenn Behörden schweigsam bleiben


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Der Angeklagte kommt am 20.10.2016 in Stuttgart (Baden-Württemberg) im Oberlandesgericht in den Gerichtssaal. Gut drei Jahre nach der Entführung eines UN-Mitarbeiters nahe Damaskus muss sich der 25 Jahre alter Syrer vor dem Oberlandesgericht Stuttgart verantworten. Kriegsverbrechen und Terrorhilfe werden dem Mann vorgeworfen, der 2014 in Deutschland festgenommen wurde. Foto: Marijan Murat/dpa (zu dpa "Prozess um Entführung von UN-Mitarbeiter - Junger Syrer vor Gericht" vom 20.10.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Steht jetzt in Stuttgart vor Gericht: Suliman Al-S. soll für einen Al-Qaida-Ableger in Syrien einen entführten UN-Mitarbeiter bewacht haben.  Foto: dpa

Eigentlich ist es ganz einfach: Wenn Journalisten Fragen stellen, haben Behörden ihnen Antworten zu geben. Vorschriften wie das rheinland-pfälzische Landesmediengesetz kennen da nur wenige Ausnahmen. Aber die werden von den Pressestellen manchmal eifrig in Anspruch genommen. Zum Beispiel, wenn es um einen mutmaßlichen Al-Qaida-Terroristen geht, der als Flüchtling nach Deutschland kam – und ausgerechnet in Ramstein einquartiert wurde, gleich neben der US-Luftwaffenbasis. Weiterlesen

 

Wenn sich das SEK um den Journalisten kümmert


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Sprechen über einen Bereich der Polizeiarbeit, bei dem irgendwie fast alles geheim ist (von links): RHEINPFALZ-Redakteur Christoph Hämmelmann mit Jürgen Süs, dem Chef der rheinland-pfälzischen Spezialeinheiten, und seinem Stellvertreter Andreas Michel. Foto: K. Schäfer

„Ich kümmere mich dann um Sie“, versprach mir ein Anrufer im März 2015. Was irgendwie bedrohlich klang. Schließlich telefonierte ich da mit dem Chef des rheinland-pfälzischen SEK. Wenn diese schwer bewaffnete Polizei-Truppe sich um jemanden kümmert, dann bedeutet es üblicherweise, dass er nach ein paar Sekunden gefesselt am Boden liegt. Schließlich ist sie darauf spezialisiert, gefährliche Verbrecher zu überwältigen. Andererseits war klar, dass ich als Journalist eher neugierig als gewalttätig sein würde, wenn wir uns am Folgetag treffen. Aber das ließ den Beamten ja erst recht skeptisch werden.

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