Archiv für den Autor: Christoph Hämmelmann

Christoph Hämmelmann

Über Christoph Hämmelmann

Er ist ein Pfalzreporter mit Migrationshintergrund: Christoph Hämmelmann ist in Unterfranken aufgewachsen, hat in Würzburg Theologie studiert. Seit 2003 schreibt er für die RHEINPFALZ. Redakteur war der 39-Jährige in den Lokalredaktionen Frankenthal und Ludwigshafen, seit 2014 gehört er zum pfalzweit zuständigen Team des Ressorts „Südwestdeutsche Zeitung“.

„Schüschäscho“: Recherchieren in Frankreich


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Auf einmal habe ich den Eindruck, dass geschätzte Kollegen wie mein Chef Rolf Schlicher und mein Zimmergenosse Andreas Ganter ganz neugierig werden. Und dass sie ein wenig spöttisch grinsen. Denn ich telefoniere gerade. Auf Französisch. Vermutlich rechnen sie damit, dass meine Recherche in einem krachenden Misserfolg endet. Weiterlesen

 

Wenn Behörden schweigsam bleiben


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Der Angeklagte kommt am 20.10.2016 in Stuttgart (Baden-Württemberg) im Oberlandesgericht in den Gerichtssaal. Gut drei Jahre nach der Entführung eines UN-Mitarbeiters nahe Damaskus muss sich der 25 Jahre alter Syrer vor dem Oberlandesgericht Stuttgart verantworten. Kriegsverbrechen und Terrorhilfe werden dem Mann vorgeworfen, der 2014 in Deutschland festgenommen wurde. Foto: Marijan Murat/dpa (zu dpa "Prozess um Entführung von UN-Mitarbeiter - Junger Syrer vor Gericht" vom 20.10.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Steht jetzt in Stuttgart vor Gericht: Suliman Al-S. soll für einen Al-Qaida-Ableger in Syrien einen entführten UN-Mitarbeiter bewacht haben.  Foto: dpa

Eigentlich ist es ganz einfach: Wenn Journalisten Fragen stellen, haben Behörden ihnen Antworten zu geben. Vorschriften wie das rheinland-pfälzische Landesmediengesetz kennen da nur wenige Ausnahmen. Aber die werden von den Pressestellen manchmal eifrig in Anspruch genommen. Zum Beispiel, wenn es um einen mutmaßlichen Al-Qaida-Terroristen geht, der als Flüchtling nach Deutschland kam – und ausgerechnet in Ramstein einquartiert wurde, gleich neben der US-Luftwaffenbasis. Weiterlesen

 

Wenn sich das SEK um den Journalisten kümmert


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Sprechen über einen Bereich der Polizeiarbeit, bei dem irgendwie fast alles geheim ist (von links): RHEINPFALZ-Redakteur Christoph Hämmelmann mit Jürgen Süs, dem Chef der rheinland-pfälzischen Spezialeinheiten, und seinem Stellvertreter Andreas Michel. Foto: K. Schäfer

„Ich kümmere mich dann um Sie“, versprach mir ein Anrufer im März 2015. Was irgendwie bedrohlich klang. Schließlich telefonierte ich da mit dem Chef des rheinland-pfälzischen SEK. Wenn diese schwer bewaffnete Polizei-Truppe sich um jemanden kümmert, dann bedeutet es üblicherweise, dass er nach ein paar Sekunden gefesselt am Boden liegt. Schließlich ist sie darauf spezialisiert, gefährliche Verbrecher zu überwältigen. Andererseits war klar, dass ich als Journalist eher neugierig als gewalttätig sein würde, wenn wir uns am Folgetag treffen. Aber das ließ den Beamten ja erst recht skeptisch werden.

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Sextäter-Hauptstadt Lu? Die Recherche zum Ranking


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Lu, Ludwigshafen Stadt, Innenstadt, Feature, Luftaufnahme, bei Nacht, Luther-Kirche, Pylon *** Local Caption *** 19.12.08 -copyright by : KUNZ, Stuhlbruderhofstr 5, 67112 Mutterstadt, Germany. PSK 166623671,BLZ 54510067, Tel.+49-(0)6234-4530 , presse@foto-kunz.de

Gefährlich für Frauen? Auf 10.000 Einwohnerinnen umgelegt, sind 2014 in Ludwigshafen rund 4,5 sexuelle Übergriffe angezeigt worden, auf der anderen Rheinseite in Mannheim hingegen nur 2,6. Foto: Kunz

Ob die Stadt das verdient hat, darüber lässt sich streiten. Jedenfalls hat Ludwigshafen schon lange einen miesen Ruf, und seit dem Frühjahr ist er noch mieser: Der „Focus“ hat die Stadt zur „frauenunfreundlichsten“ Metropole Deutschlands gekürt, sich dabei auf eine 168-Seiten-Studie berufen. Für die hatten Forscher auch Zahlen aus Kriminalitätsstatistiken zusammengetragen. Nun behaupteten sie: Nirgendwo sonst seien im Jahr 2014 so viele sexuelle Übergriffe pro Einwohnerin angezeigt worden wie in Ludwigshafen. Woran das liegen und ob das so überhaupt stimmen kann, ist eine Frage, die mich jetzt mehrere Wochen lang immer wieder beschäftigt hat. Weiterlesen

 

Wie ein Pfälzer Anwalt einen Mannheimer Prozess aufmischt


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Ein guter Advokat „bringt das Auge des Gesetzes zum Weinen“, hat der Schriftsteller Sigbert Latzel einmal behauptet. Wenn das so stimmt, hat der Pfälzer Rechtsanwalt Alexander Klein vor ein paar Tagen in Mannheim richtig gute Arbeit geleistet. Als Verteidiger eines 23-jährigen Ludwigshafeners ließ er einen Polizisten reichlich blamiert dastehen. Weiterlesen

 

Wenn die AfD bei der Lücken-, Lügen- und Systempresse abschreibt


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Systempresse, Lückenpresse, Lügenpresse: AfD-Anhänger schimpfen gerne auf die Medien. Kein Wunder, dass die Partei ihrer Wahl darauf verzichtet, sich für ihre Arbeit im Landtag mit unseren Berichten zu wappnen. Die von ihr gerne als „Altpartei“ geschmähte CDU hält es anders. Sie wedelt gerne mit kritischen Zeitungsartikeln, wenn sie der Regierung Fehler vorhalten will. Weiterlesen

 

Ausrutscher auf der Schleimspur


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Warum manche Rüpeleien unter Parlamentariern noch als normaler Umgangston gelten, ist Nicht-Politikern bisweilen schleierhaft. Am Donnerstag hat der Innenausschuss des Landtags getagt, sich mit Elektroschock-Pistolen für Polizisten im Streifendienst beschäftigt. Und mit den Problemen beim Aufbau eines landesweiten digitalen Funknetzes, über das in Zukunft die Feuerwehren alarmiert werden sollen – dass es dabei zu Verzögerungen kommt, wirkt sich zuerst in der Südpfalz aus (Zugang zu diesem Text haben Digital-Abonnenten, ebenso wie zum einen Tag früher erschienenen Vorab-Bericht). Doch verbal gerempelt wurde erst, als die Tagesordnung schon abgearbeitet war. Weiterlesen

 

Wie ich mir einen dienstlichen Muskelkater erarbeitet habe


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Recherche für die „Tour de Pfalz“: Christoph Hämmelmann im Kletter-Steinbruch. Foto: Franck

Wer sich als Journalist unbedingt einen Muskelkater holen will, muss das normalerweise in seiner Freizeit tun. Denn dienstlich können wir uns höchstens den Hintern plattsitzen. Oder uns beim Dauertippen eine Sehnenscheidenentzündung einfangen. Einmal im Jahr haben RHEINPFALZ-Redakteure aber doch die Gelegenheit, sich auch körperlich so richtig zu quälen. Ich habe sie nun weidlich genutzt. Weiterlesen

 

Der Hölle Rache in der Straßenbahn


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Kann ein Ort des Grauens sein: die Straßenbahn in Ludwigshafen. Foto: Kunz

Um eine eifrige und geschätzte Kollegin vor zu vielen (unbezahlten) Überstunden zu bewahren, haben ein anderer Redakteur und ich eine zeitlang versucht, sie abends aus dem Büro zu vertreiben – erst mit mahnenden Worten, dann mit Marschmusik aus dem Internet. Anfangs hielt sie sich wenigstens noch die Ohren zu, aber schnell war sie völlig abgestumpft. Kein Wunder, in die Ludwigshafener RHEINPFALZ-Zentrale fährt sie oft mit der Straßenbahn. Wie das gegen schräge Töne abhärtet, weiß ich selbst nur zu gut. Weiterlesen

 

Vom strengen Regiment eines Richters


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Kaiserslautern, Landgericht, Sitzungssall, 1, Verhandlung im Bankraub-Verfahren von Olsbrücken, der Richter Alexander Schwarz. 25.05.2016 Foto: Joachim Ackermann/ view

Hat seinen Gerichtssaal im Griff: Alexander Schwarz. Foto: View

In Kaiserslautern steht seit Wochen ein mittlerweile gefeuerter Polizist vor Gericht, weil er die Sparkasse in Olsbrücken überfallen haben soll. Im Prozess führt der Vorsitzende Richter Alexander Schwarz ein strenges Regiment. Das hat vor allem der Verteidiger des Angeklagten zu spüren bekommen. Aber auch ein paar Zuschauer haben im Laufe des Verfahrens gelernt, was man im Gerichtssaal nicht darf. Weiterlesen