Archiv der Kategorie: Nähkästchen

Spontan-Recherche auf dem Weg zum Mittagessen

Ein Fahrzeug der Polizei ist am 13.06.2015 in Magdeburg (Sachsen-Anhalt) im Einsatz. Foto: Jens Wolf/dpa

Blaulicht in der Innenstadt: Weil die Polizei dafür die Straße absperrte, hat die RHEINPFALZ mitbekommen, wie der 13-jährige Terrorverdächtige wieder weggebracht wurde. Foto: dpa

Freitagmittag: Ich bin gerade mit Kolleginnen auf dem Weg in die Mittagspause in der Ludwigshafener Innenstadt, als ich in ein paar Hundert Metern Entfernung blinkende Blaulichter erspähe. Was auch immer da gerade los ist: Es passiert vor einem Haus, vor dem ich am Dienstagabend schon einmal gestanden habe. Auf der Suche nach Zivilfahndern, die einen erst 13 Jahre alten Terrorverdächtigen bewachen. Weiterlesen

Den Gastgebern ausgeliefert

Man stellt sich das immer so schön vor: Journalisten treffen sich mit mehr oder weniger wichtigen Menschen, trinken eine Tasse Kaffee, plaudern gemütlich, dann geht es zurück in die Redaktion und anschließend wird ein Beitrag verfasst. Dass es bisweilen auch für Medienvertreter unangenehme Arbeitsbedingungen gibt, habe ich am Mittwoch (mal wieder) erfahren.

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Liebeszeichen auf der Pobacke

Antje Landmanns Notizblock, bekritzelt, mit einem Kugelschreiber obendrauf

Anno dazumal, als der Fernseher nur drei Programme sendete, gab es noch ein heiteres Beruferaten mit Robert Lemke. Die Geheimnisträger sollten ihr Arbeitsfeld mit einer typischen Bewegung andeuten. Bei uns Journalisten wäre das simpel: Eine Hand klappt flach auf. Zeigefinger und Daumen der anderen Hand zittern hektisch darüber hinweg. Erraten? Weiterlesen

Praktikanten in fremden Redaktionswelten

Ich mag Praktikanten. Vielleicht, weil ich selbst in der Zweibrücker RHEINPFALZ-Redaktion einst so angefangen habe. Praktikanten sind gut gegen Routine. Sie hinterfragen, worüber wir im Redaktionsalltag gar nicht mehr nachdenken („Wozu braucht man Verbandsgemeinden?“), und im Gegenzug zeigen wir ihnen fremde Welten. So kommen ihnen einige Dinge zumindest vor, die wir in der Redaktion verwenden; Telefonbücher aus Papier zum Beispiel. Weiterlesen

Das Buch Bratkartoffel

Können Sie Bratkartoffeln? Mehlschwitze? Glasierte Zwiebeln? Eintopf? Gemüsebrühe? Spätzle? Kartoffelkekse? Aal-Suppe …?

Es sind viele alte Bekannte, aber auch ein paar alte Unbekannte, die in so einem Kochbuch aus den 1950ern drinstehen. Dieses hier ist ein besonderes Exemplar, zumindest für uns bei der RHEINPFALZ, denn es ist aus der RHEINPFALZ – wortwörtlich. Weiterlesen

„Schüschäscho“: Recherchieren in Frankreich

Auf einmal habe ich den Eindruck, dass geschätzte Kollegen wie mein Chef Rolf Schlicher und mein Zimmergenosse Andreas Ganter ganz neugierig werden. Und dass sie ein wenig spöttisch grinsen. Denn ich telefoniere gerade. Auf Französisch. Vermutlich rechnen sie damit, dass meine Recherche in einem krachenden Misserfolg endet. Weiterlesen

Mythos Journalist

„Verbringen Journalisten ihre Mittagspause an der Tastatur, so wie im Film?“. „Haben Sie auch so wenig Freizeit wie die Journalisten in den Filmen?“ „Waren Sie gut in Deutsch?“

Einmal im Jahr besuche ich das Speyerer Edith-Stein-Gymnasium und tausche mich in einer Schulstunde mit Schülerinnen aus, die an unserem RHEINPFALZ-„Lesen!“-Projekt teilnehmen. Dabei tauchen immer sehr interessante, manchmal auch überraschende Fragen auf. Langweilig wird es nie mit den begeisterten Schülerinnen von Lehrerin Anne Jaschinski. So war es auch bei meinem Besuch der Klasse 8b vergangene Woche. Weiterlesen

Eine Frage der Freiheit

Freiwillig in Polizeigewahrsam: RHEINPFALZ-Redakteurin Steffi Blinn. Foto: Moschel

Ich hab‘s unglaublich gern mit der Polizei zu tun. Mein Kollege vermutet, dass ich ein Faible für Männer in Uniform habe. Hab‘ ich nicht. Ich finde die Arbeit der Polizei einfach unglaublich spannend. Polizisten haben – wie wir Journalisten – „mit alle Sorte Leit“ zu tun. Und sie machen – wie wir Journalisten – manchmal ein ziemliches großes Geheimnis aus dem, was sie so tun. Was mich wiederum nur noch neugieriger macht. Weiterlesen