Erkennungszeichen: r0ket – Blind Date beim #33c3


Von
Rakete Fairydust

Vor dem Hamburger Hackerkongress: das Maskottchen Fairydust, auch als r0ket bekannt.

Über Twitter startete ich am Mittwoch einen Aufruf an alle Pfälzer*innen auf dem 33. Chaos Communication Congress in Hamburg (#33c3), wer mir erzählen würde, warum er den Hackerkongress besucht. Es dauerte kaum fünf Stunden und ich hatte eine Verabredung.Mit @ulenspegel (so der Twittername) aus Landau habe ich mich am Teezelt verabredet, das ich nicht gleich finde, stattdessen lande ich bei den Coffee Nerds. @ulenspegel spürt mich trotzdem dort auf.

Über eine Twitterdirektnachricht hatte er mir vorher geschrieben, ich würde ihn an einer blinkenden „r0ket“ erkennen. Als CCC-Newbie machte ich mich also erst mal schlau, was die „r0ket“ ist und wurde schnell fündig: die Rakete „Fairydust“, die die CCC-Veranstaltungen schon seit Langem als Maskottchen begleitet. @ulenspegels r0ket blinkt, ein guter Lotse in dem schummrigen Halbdunkel auf den Congress-Center-Gängen.

Blinkende r0ket als Erkennungszeichen.

Blinkende r0ket als Erkennungszeichen.

Mich interessiert, wie oft @ulenspegel bereits auf dem Hackerkongress war, warum er die Veranstatung besucht und welche Themen ihm besonders wichtig sind.

@ulenspegel ist zum sechsten Mal dabei. Für seinen ersten Kongress (#27c3) ist er nach Berlin gefahren. Dort wurde das Kongresszentrum allerdings zu klein. Seit dem #29c3 findet der Kongress in Hamburg statt. @ulenspegel verfolgt die Themen des Chaos Computer Clubs, vor allem wenn es um die Aspekte Datenschutz und Bürgerrechte geht. Stichworte sind dabei unter anderem Vorratsdatenspeicherung und elektronische Bürgerrechte.

Die ersten spannenden Vorträge hat er noch in den Livestreams oder als Video verfolgt, aber irgendwann wollte er die Atmosphäre auch mal vor Ort erleben und war begeistert.

„Es ist eine ganz besondere Mischung. Es sind nicht nur die wissenschaftlichen oder kulturellen Vorträge, sondern dieses Konglomerat aus Wissensvermittlung, Interaktion und ganz viel Lernen. Hier gibt es so viele kompetente Menschen, die sich mit speziellen Themen beschäftigen und ihr Wissen weitergeben. Das macht den Spirit aus. Dabei wird kein großer Hype um Hierarchien gemacht.“

Ironisches Tagungsmotto: „Works for me“

Von vielen Techniken und Trends hat @ulenspegel auf den CCC-Kongressen schon lange gehört, bevor sie auf dem Markt kamen und in aller Munde waren, zum Beispiel von Virtual-Reality-Brillen. Bei Produktentwicklungen ist es ihm wichtig, immer auch zu hinterfragen: „Wo kommt das her und wo führt das hin? Was macht ein Produkt mit den Menschen?“ Er würde sich wünschen, dass Firmen, die mit technischen Produkten ihr Geld verdienen, sich über den Profit hinaus fair zu den Kunden verhalten und Verantwortung für die Zukunft übernehmen.

@ulenspegel führt das Beispiel an, dass Unternehmen sogenannte Sollbruchstellen einbauen (Materialermüdung nach relativ kurzer Zeit), damit der Kunde sie bald erneuern muss. Das führt zu einem enormen Ressourcenverbrauch. Außerdem weist er auch auf Hintertürchen in Produkten hin, mit denen eine Überwachung von Nutzern machbar ist, zum Beispiel das Speichern von Kommunikationsdaten von Nutzern in Handys, Smartphones und Messengerangeboten (Whatsapp etc.).

Gleichzeitig ist @ulenspegel auch wichtig, dass wir Verbraucher auch selbst darauf achten, diese Produkte nicht zu kaufen oder zu nutzen.

Das Motto des Hackerkongresses in diesem Jahr ist „Works for me“: Wenn für den Einzelnen eine Lösung oder ein Produkt funktioniert, sollte man sich trotzdem fragen: Wie wirkt sich etwas über den Einzelnen auf andere aus, welche Folgen hat es für andere.

Besonders als Pfälzer hat @ulenspegel ein Vortrag am ersten Kongresstag über Drohnen beschäftigt:

„Ich denke, dass es vielen Pfälzerinnen und Pfälzern auch bewusst ist, dass wir mit Ramstein in unmittelbarer Nähe einen großen Militärstützpunkt haben, wo von deutschem Boden unter anderem ein militärisches Drohnenprogramm unterstützt wird. Darüber sollte viel mehr öffentlich diskutiert werden.“

Für mich persönlich war das ein interessantes Gespräch mit @ulenspegel, dass mir gezeigt hat: Die Teilnehmenden auf dem #33c3 begeistern sich für Technik, aber sie stellen die Macht dieser Technik auch infrage und sind sich ihrer Verantwortung bewusst.

 

 

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