„Hahngate“: Fällt Ihnen ein besseres Schlagwort ein?


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ARCHIV - Die gepiercte rechte Brust der Sängerin Janet Jackson ist bei der Showeinlage bei einem Football-Spiel in Houston zu sehen, neben ihr der Sänger Justin Timberlake (Archivfoto vom 01.02.2004). Der Vorfall erregte in den USA ebenso Empörung wie außereheliche Beziehungen von Politikern oder vermeintlich "sexuelle Belästigungen" durch Kleinkinder an Kindergärtnerinnen in der jüngsten Vergangenheit. Prüderie ist eine Seite der US-Gesellschaft, die andere sind Schwulenkultur oder TV-Serien wie "Sex and the City". Foto: Rhona Wise (Zu dpa-Korr.: "«Sex and the City» - Sind die Amerikaner wirklich so prüde?" vom 01.09.2008) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Eine Panne, ungefähr so fulminant wie das aktuelle Hahn-Desaster der Landesregierung? Janet Jacksons Superbowl-Auftritt 2004 mit Justin Timberlake ging als „Nipplegate“ in die Geschichte ein. Foto: dpa

Sein Flehen blieb unerhört. „Tut mir einen Gefallen: Schreibt nicht Hahngate“, hatte unser Chef vom Dienst Peter Leister am Freitag in der Redaktionskonferenz gesagt. Zu abgedroschen findet er all diese Schlagworte mit „-gate“ am Ende, die mittlerweile für Skandale und Skandälchen jeder Art gebastelt werden.  Wenig später hat unsere Online-Redaktion das böse Wort trotzdem verwendet – als Hashtag, weil sich der Begriff schon allgemein für den gescheiterten Verkauf des Hunsrück-Flughafens festgesetzt hat. Und das wird im Netz auch so bleiben. Aber vielleicht finden wir ja trotzdem noch ein originelleres Schlagwort. Sie könnten uns dabei helfen.

Denn eigentlich hat der Kollege ja recht. Als irgendjemand 1983 die Barschel-Affäre Waterkantgate nannte und so auf den da schon 13 Jahre zurückliegenden Watergate-Skandal anspielte, war das wahrscheinlich noch kreativ. Dass 2004 der TV-Auftritt von Janet Jacksons entblößter rechter Brust genug Gewicht für ein Nipplegate gehabt haben soll, lässt sich dagegen schon deutlich bezweifeln. Und seit etwa 2013 wird wirklich ein wenig zu inflationär herumgegatet: Bombergate, Toilettengate, Bendgate, Dieselgate … Andererseits ist es gar nicht so einfach, ein prägnantes Schlagwort für die Blamage der Landesregierung zu finden.

Mir sind auf Anhieb nur ein paar Alliterationen eingefallen, die mich auch nicht so recht überzeugen: Flughafen-Fiasko? Airport-Elend? Lewentz-Lapsus? Aber der Innenminister findet ja, dass die Sache vor allem die vom Land engagierten Unternehmensberater verbockt hätten. KPMGate? Da wären wir wieder bei der vertrackten Endung, die wir eigentlich vermeiden wollten. Aber vielleicht können Sie uns (und dem ganzen Land) ja den ultimativen Die-Landesregierung-wollte-den-Flughafen-Hahn-verkaufen-und-ist-dabei-auf-windige-Chinesen-reingefallen-Hashtag liefern – hier, über die Kommentar-Funktion, oder bei Facebook.  Es wäre ja schön, wenn das Flehen unseres Chefs vom Dienst doch noch erhört wird.

 

5 Gedanken zu „„Hahngate“: Fällt Ihnen ein besseres Schlagwort ein?

      1. halbleer

        Hahn süß-sauer haben Sie heute verwendet. Ich hab noch gar nichts gemerkt, wo bleiben denn mein Ruhm und meine Ehre?
        🙂

        Antworten

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