Mein Selbstversuch bei der Feuerwehr


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Mit der Feuerwehr zum Atemschutz-Übung: RHEINPFALZ-Redakteur Christoph Hämmelmann bei seinem bislang aufwendigsten Selbstversuch. Foto: Kunz

Mit der Feuerwehr zum Atemschutz-Übung: RHEINPFALZ-Redakteur Christoph Hämmelmann bei seinem bislang aufwendigsten Selbstversuch. Foto: Kunz

Sie heißen Schmittle (eigentlich: Christoph), Ali (eigentlich: Christian) oder Böbbel (eigentlich: Bernhard), sie sind ungefähr so alt wie ich und gemeinsam mit mir in einer fränkischen Kleinstadt aufgewachsen. Zusammen fuhren wir zum Beispiel auf Messdiener-Zeltlager und zogen als Sternsinger durch die Straßen. Irgendwann allerdings gab es etwas in ihrem Leben, was es in meines nicht schaffte: die Feuerwehr. Doch für eine Reportage habe ich jetzt wenigstens ein bisschen der Löschtrupp-Erfahrung nachgeholt, die mir damals entgangen ist. Es war mein bislang aufwendigster RHEINPFALZ-Selbstversuch.

Frühere Selbstversuche bei der Polizei

Anprobe: Christoph Hämmelmann mit Feuerwehr-Schutzjacke. Foto: Bader

Anprobe: Christoph Hämmelmann mit Feuerwehr-Schutzjacke. Foto: Bader

Dabei hatte ich für unsere Sommerserie „Tour de Pfalz“ schon mehr oder weniger herausfordernde Freizeitaktivitäten getestet, war so stehend über einen Altrhein-Arm gepaddelt, in einem Bad Dürkheimer Steinbruch die Sandsteinwände hochgekrabbelt, mit einem Tragschrauber zum Trifels geflogen. Aber auch Selbstversuche mit ernsterem Hintergrund hatte ich unternommen. Bei der Bereitschaftspolizei ließ ich mich in Helm, Schutzweste und Plastikschild von einem zwei Meter großen Beamten attackieren. Und ein paar Monate später schoss ich im Enkenbach-Alsenborner Ausbildungszentrum als Streifenpolizist mit Platzpatronen auf die Darstellerin einer Verrückten, die für ein Übungsszenario im gespielten Drogenrausch mit gezücktem Messer auf mich losging.

Erinnerung an eine Feuerwehr-Übung von 2006

Erfahrener Feuerwehrmann: Thomas Bader. Foto: Hämmelmann

Vielleicht waren es ja die alten Zeiten mit Schmittle, Ali oder Böbbel, die mich danach auf die Idee brachten, auch einmal einen Selbstversuch bei einer Löschtruppe zu wagen. Oder es war die Erinnerung an einen Artikel, den ich 2006 für die Frankenthaler RHEINPFALZ-Ausgabe geschrieben hatte. Da hatte ich geschildert, wie die Heßheimer Feuerwehr einen Eltern-Bastelabend des Kindergartens in eine Evakuierungsübung verwandelte. Nun fragte ich den Leiter des damaligen Probe-Einsatzes, ob er auch mich bei etwas in der Art mal einbauen könnte. Und Thomas Bader fiel auch schnell etwas ein: Ich könnte mit ihm durch die Atemschutzstrecke kriechen – ein Gitterkäfigsystem, in dem Wehrleute einmal jährlich beweisen, dass sie fit genug für besonders herausfordende Einsätze sind.

Ausführlicher ärztlicher Vorab-Check

Im Gitterkäfig: Christoph Hämmelmann krabbelt durch die Ludwigshafener Atemschutzstrecke. Foto: Kunz

Doch ehe ich mir die Atemschutzmaske tatsächlich aufzog, gingen Monate ins Land. Diverse Verantwortliche waren einzubeziehen: der Wehrleiter. Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde. Und, natürlich, die Berufsfeuerwehr in Ludwigshafen, bei der die Atemschutz-Prüfungen stattfinden. Außerdem brauchte ich eine ärztliche Bescheinigung. Was ich für einen Schnell-Check gehalten hatte, kostete viele Stunden und führte mich in gleich zwei Arztpraxen. In der einen wurde meine Lunge geröngt. In der anderen absolvierte ich: Hörtest. Sehtest. Lungentest. Blutentnahme. Ruhe-EKG. Belastungs-EKG. Und ein ausführliches Gespräch mit dem Mediziner, der meine körperliche Verfassung schlussendlich so beschrieb: „Für Ihr Alter ganz gut, aber ein Profi-Fußballer werden Sie nicht mehr.“

Gleich mehrfach gescheitert

Bewilligt hat er den Selbstversuch dann trotzdem. Und doch geht es in meiner Reportage jetzt vor allem darum, dass ich als richtiger Feuerwehrmann in der Atemschutz-Übung gleich mehrfach gescheitert wäre. Aber zum Glück gibt es ja Leute wie Schmidtle, Ali oder Böbbel, die immer bereitstehen, wenn es darauf ankommt.

 

 

 

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