Mythos Journalist


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„Verbringen Journalisten ihre Mittagspause an der Tastatur, so wie im Film?“. „Haben Sie auch so wenig Freizeit wie die Journalisten in den Filmen?“ „Waren Sie gut in Deutsch?“

Einmal im Jahr besuche ich das Speyerer Edith-Stein-Gymnasium und tausche mich in einer Schulstunde mit Schülerinnen aus, die an unserem RHEINPFALZ-„Lesen!“-Projekt teilnehmen. Dabei tauchen immer sehr interessante, manchmal auch überraschende Fragen auf. Langweilig wird es nie mit den begeisterten Schülerinnen von Lehrerin Anne Jaschinski. So war es auch bei meinem Besuch der Klasse 8b vergangene Woche.

Ob ich in Deutsch gut war? Es war in Ordnung. Allerdings habe ich damals im Unterricht die Note 5 bekommen für eine Reportage. Zum Glück hat es sich verwachsen und ich bin nach vielen Jahren doch bei der RHEINPFALZ gelandet.

Doch nicht nur Zuhören und Recherchieren stand auf dem Programm, sondern auch selbst über den Besuch berichten. Und hier ist der erste Artikel der Klasse 8b. Ein Gemeinschaftsprojekt von vielleicht künftigen Journalistinnen:

Rollenwechsel: Schülerinnen interviewten engagierte Rheinpfalz-Redakteurin

Die Klasse 8b des Edith Stein-Gymnasiums bekommt seit einigen Wochen „Die Rheinpfalz“ zugestellt. Im Deutschunterricht haben die Mädchen sich mit verschiedenen Textsorten der Zeitung beschäftigt. In diesem Zusammenhang hatten sie das Glück, von der Redakteurin Frau Ditt in der Schule besucht zu werden. Sie stellte sich geduldig den interessierten Fragen der Schülerinnen.

Diese wollten zunächst wissen, wie sie zu ihrem Job gekommen sei, woraufhin Frau Ditt erläuterte, schon als kleines Kind wissbegierig gewesen zu sein und später während ihres Wirtschaftsstudiums eine Campus-Zeitung gegründet zu haben. Bereits ihr erster Artikel weckte das Interesse der Rheinpfalz-Redaktion, wo sie seitdem arbeitet. Allerdings gebe es keine festen Arbeitszeiten, denn ihr Feierabend beginne, sobald die Zeitung für den nächsten Tag fertig sei. Erst zwischen 19 und 20 Uhr könne sie häufig ihre Arbeit beenden. Die Schülerinnen erkundigten sich überdies nach Auslandseinsätzen des Gastes und staunten nicht schlecht, als Frau Ditt erzählte, sogar einmal bis zum Vatikan vorgedrungen zu sein. Eine Woche nach Ditts Aufenthalt dort, so erfuhren die Mädchen, reiste der Speyerer Weihbischof Otto Georgens nach Rom in den Vatikanstaat. Dort zeigte er  den Artikel der jungen Pfälzer Redakteurin über die Verbindungen von Speyer und Rom. Das sei eine der schönsten Auslandserfahrungen gewesen, fand die Klasse 8b heraus. Dieses Erlebnis stellte sogar ihre Arbeit in Brüssel und mit der Deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft in den Schatten, erzählte sie. Doch mit so viel Lob könnten Redakteure nicht immer rechnen, da sie auch Enthüllungsjournalismus betrieben. Nach ihrer interessantesten Erfahrung gefragt, verwies sie auf ein Erlebnis mit zwei jungen obdachlosen Frauen, von denen eine im Alter von 17 Jahren bereits schwanger war. Die beiden Frauen erzählten ihr von ihrem einzigen Besitz, einer Holzschildkröte, der sie jeden Morgen ihre Sorgen anvertrauten. Ditt fand es herzerwärmend, dass sie ihr diese Schildkröte schenken wollten. Den beiden Frauen gehe es Ditt zufolge inzwischen gut. Ein andere, härtere Seite ihres Jobs seien Berichterstattungen über Unfälle.

Zu guter Letzt wollte Frau Ditt von der Klasse wissen, ob Apps lieber von ihr gelesen würden als das gedruckte Wort. Das Ergebnis fiel ausgeglichen aus, wobei im Falle der Nutzung von Apps die Schülerinnen in der problemlosen Verfügbarkeit einen gewichtigen Vorteil sahen. Auf die Frage hin, wie die Zeitung für Schüler an Attraktivität gewinnen könne, antworteten die Mädchen, sie läsen gerne Artikel über Stars der Sport-, Musik- und Youtuber-Szene. Die von Frau Ditt in diesem Zusammenhang erwähnte Idee, dass RHEINPFALZ-Leser einen Redakteur via Snapchat begleiten und interaktiv Fragen während eines Termins stellen könnten, stieß bei den Mädchen der 8b auf großes Interesse.

Insgesamt konnte die Klasse 8b sehr vom Besuch Frau Ditts, mit dem die Unterrichtsreihe zum Thema „Zeitung“ einen Bezug zur Lebenswirklichkeit jenseits der Schule bekam, profitieren.“

 

 

 

 

 

 

 
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Rebecca Ditt

Über Rebecca Ditt

Rebecca Ditt ist seit 2011 Redakteurin im Stadtressort Speyer und hauptsächlich zuständig für die Themenbereiche Religion und Kommunalpolitik. Zuvor war sie Redakteurin in Bad Dürkheim. Schon in der Diplomarbeit an der FH Kaiserslautern, Standort Zweibrücken, drehte sich alles um die RHEINPFALZ, in dem Fall grob gesagt um Online und Redaktion. Nach dem erfolgreichen Abschluss als Diplom-Betriebswirtin war sie zunächst Assistentin im Bereich "Kommunikations- und Führungstechniken" am FH-Standort Zweibrücken und hat die Einführungsvorlesungen gehalten. Dann lockte doch das Rheinpfalz-Volontariat.

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