Nicht nur Text und Bild, sondern auch Petry und Hoeneß

Einmal im Jahr treffen sich die Kunden der Deutschen Presse-Agentur (DPA) in Berlin, um sich neue Produkte und Projekte des Pressekonzerns anzusehen. Für die RHEINPFALZ fahre ich in meiner Funktion als Chefredakteur zu diesen Treffen. 

Porträtfoto Michael Garthe mit RHEINPFALZDie DPA ist die größte deutschsprachige Nachrichtenagentur. Sie ist eine von den deutschen Medien gegründete Gesellschaft (GmbH). Sie hat 182 Gesellschafter, und zwar Zeitungs- und Zeitschriftenverlage, Verleger, Rundfunkanstalten und -gesellschaften. Der RHEINPFALZ-Verlag ist einer der Gesellschafter. Jeder Gesellschafter kann nur bis zu 1,5 Prozent des Stammkapitals erwerben und die Rundfunkgesellschaften (also Radio und Fernsehen) dürfen nicht mehr als 25 Prozent des Stammkapitals besitzen. So ist sichergestellt, dass einzelne Gesellschafter die DPA nicht majorisieren können.

Die DPA bietet ihre journalistischen Dienstleistungen vor allem in deutscher Sprache an, hat aber auch Dienste in englischer, spanischer und arabischer Sprache. Deshalb hat sie Kunden in aller Welt: Zeitungen, Zeitschriften, Radio- und Fernsehsender, Online-Dienste, Ministerien, Konzerne …

Einmal im Jahr lädt die DPA die Chefredaktionen ihrer Kunden ein, um ihnen ihre Leistungen und Projekte zu präsentieren. Es ist sozusagen ein Spitzentreffen der Medienbranche. In diesem Jahr waren 250 Chefredakteurinnen und Chefredakteure beim DPA-Treffen in Berlin. Die Agentur stellte uns zum Beispiel einen digitalen Themenplaner, einen neuen Bildfunk, ein Videoangebot für Web-Seiten sowie Videos für die sozialen Medien vor. Für die RHEINPFALZ und ihre neuen digitalen Produkte sind vor allem die Bild- und Videoangebote interessant. Ich konnte aber auch die Gelegenheit nutzen, mit den Verantwortlichen von DPA über die Qualität der Texte zu reden. Da gibt es zu viel Jargon, zu viele Fremdwörter und auch grammatikalische Schwächen.

Vor einigen Jahren gehörte ich noch zu den schärfsten Kritikern der DPA, weil ich mit der Preispolitik und der Qualität nicht einverstanden war. Da hat sich aber vieles zum Besseren verändert. DPA-Chefredakteur Sven Gösmann, der vorher Chefredakteur der „Rheinischen Post“ in Düsseldorf war, macht gute Arbeit. Er ist ein entschlossener Modernisierer. Aber er geht sorgfältig vor, nimmt sein Team mit, hat hervorragende junge Leute um sich versammelt.

Wenn so viele Chefredaktionen zusammenkommen, ist es ein Leichtes für die DPA, auch interessante Gesprächspartner aus dem öffentlichen Leben für das Jahrestreffen zu gewinnen. Diesmal konnten wir spannende Hintergrundgespräche führen mit der AfD-Co-Vorsitzenden Frauke Petry, dem österreichischen Außenminister Sebastian Kurz, dem Journalisten und Erdogan-Kritiker Jan Böhmermann und dem Präsidenten des FC Bayern München, Uli Hoeneß.

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