Star Trek, die Weihnachtsvorlesung und ich


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Das Tolle am Beruf des Redakteurs ist, dass ich täglich mit den unterschiedlichsten Leuten zu tun habe. Ich treffe Politiker, unterhalte mich mit Vertretern der Kirche und bin immer auf der Suche nach interessanten Menschen, die eine Geschichte zu erzählen habe. Mit Außerirdischen hatte ich es aber noch nie zu tun. Bis am Mittwoch.

Bild: Andrea Ganter im Dialog mit den Außerirdischen Christian Knerr (Reptil) und dem Klingonen Lieven L. Litaer; Copyright by JO STEINMETZ Bildjournalist im DJV Tel. (0 63 38) 99 30 25 Mobil (01 70) 90 21 752 eMail: jo.steinmetz@gmx.net URL: www.jo-steinmetz.com

Andreas Ganter (links) im Dialog mit den Außerirdischen Christian Knerr (Reptil) und dem Klingonen Lieven L. Litaer. Foto: Steinmetz

Am besten ich gestehe es gleich vorweg: Ich bin kein Fan von Science Fiction. Star Wars, Star Trek und Co. sind für mich spanische Dörfer. Ich hab nichts gegen Menschen, die sich dafür begeistern können, aber mich interessiert das galaktische Treiben schlichtweg nicht. Bisweilen habe ich mich sogar ertappt, wenn ich die ganze Chose belächelt habe. Das ändert sich aber schlagartig, wenn man als Redakteur neben einem Reptilien-Mensch und einem Klingonen sitzt. Dann ist Schluss mit Lustig. Seit 20 Jahren findet an der Zweibrücker Hochschule eine Weihnachtsvorlesung statt, die sich wissenschaftlich mit Star Trek und Co. auseinandersetzt. Abgefahrene Sache. Aber den Leuten gefällt es offenbar.  Am Mittwoch kamen immerhin knapp 500 Zuhörer. Übrigens nicht nur die Nerds, die ich mit all meinen Vorurteilen erwartet hatte. Es war eine bunt gemischte Truppe. Rund ein Drittel der Gäste waren Frauen. Es ging um das Thema: „Wie Star Trek seit 1966 die Welt verändert hat

Um 19 Uhr sollte die Vorlesung beginnen, Einlass war ab 18 Uhr. Da ich nichts verpassen wollte, war ich einer der Ersten – und stand wie ein Nerd alleine in der Ecke und habe das Treiben auf mich wirken lassen. Kurz vor Mitternacht bin ich wieder gegangen. Ich muss einräumen, dass ich nicht der Letzte war. Andere haben es länger ausgehalten – bei  „exoterristrischen Cocktails“ und „Föderationsbrezeln“. Mein Resümee nach sechs Stunden Star-Trek-Dauerbeschallung: Zunächst dachte ich, ich sitze im falschen Film. Aber so schlimm war es gar nicht. Ganz im Gegenteil. Es hat Spaß gemacht. Den Termin für kommendes Jahr habe ich mir schon in den Kalender eingetragen. Dann schreibe ich aber nichts darüber und genieße einen „exoterristrischen Cocktail“ mit „Föderationsbrezel“.

Die Reportage zur 20. Auflage der Weihnachtsvorlesung erscheint am Freitag in der RHEINPFALZ.

Föderationsbrezel, Foto: Ganter

Föderationsbrezel: ein Laugengebäck in Form eines Star-Wars-Abzeichens.  Foto: Ganter

 

 

Ein Gedanke zu „Star Trek, die Weihnachtsvorlesung und ich

  1. Christian Knerr

    Ein wirklich schöner Beitrag über die Weihnachtsvorlesung! Die kleine Unterhaltung mit Ihnen über den „außerirdischen Erstkontakt“ hat großen Spaß gemacht, und vielleicht sieht man sich ja dann im nächsten Jahr wieder auf der Veranstaltung. 🙂

    Viele Grüße und alles Gute für das kommende Jahr,
    Christian Knerr

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