Schlagwort-Archiv: Journalismus

Liebeszeichen auf der Pobacke


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Antje Landmanns Notizblock, bekritzelt, mit einem Kugelschreiber obendrauf

Anno dazumal, als der Fernseher nur drei Programme sendete, gab es noch ein heiteres Beruferaten mit Robert Lemke. Die Geheimnisträger sollten ihr Arbeitsfeld mit einer typischen Bewegung andeuten. Bei uns Journalisten wäre das simpel: Eine Hand klappt flach auf. Zeigefinger und Daumen der anderen Hand zittern hektisch darüber hinweg. Erraten? Weiterlesen

 

Stigmatisieren Medien psychisch Kranke?


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Terroranschlag in Nizza: Angeblich war der Täter "depressiv". Und was sagt uns das jetzt? (Foto: DPA)

Terroranschlag in Nizza: Angeblich war der Täter „depressiv“. Und was sagt uns das jetzt? (Foto: DPA)

In unserem Bericht über den „Autokratzer“ von Frankenthal vom 1. September heißt es, der Täter sei „offenbar psychisch krank“. Mit dieser Information haben wir den Text auch bei Facebook geteilt. Einige Leser haben daraufhin kritisiert, der Hinweis sei unangebracht und würde Menschen mit psychischer Erkrankung stigmatisieren. Tenor der Kritik: Es gebe keinen Zusammenhang zwischen psychischer Erkrankung und Straftat, die Information sei daher nicht relevant. Außerdem wurde uns stellvertretend für „die Medien“ vorgeworfen, wir würden mit unserer „medialen Macht“ sorglos umgehen und Stigmatisierung fördern. Wir haben in der Redaktion darüber kontrovers diskutiert: Haben sie recht? Warum nennen wir Journalisten etwas und warum nicht? Und was bedeutet das für das Etikett „psychisch krank“?

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Auf dem Abstellgleis: Vom Kampf mit den Floskeln


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Wirklich so leicht zu verwechseln? Das ist eine Welle, die auf ein Land zurollt...(Foto: DPA)

Wirklich so leicht zu verwechseln? Das ist eine Welle, die auf ein Land zurollt… (Foto: DPA)

Wer kennt das nicht: Endlich gibt der Chef grünes Licht für ein Projekt, an dem man schon im Vorfeld fieberhaft gearbeitet hatte. Zeitnah soll es jetzt aber bitteschön fertig werden. Weiterlesen

 

Geschichten sind wie Chips


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Buchschaden

Mit dem Erzählen einer spannenden Geschichte ist es wie mit einer Tüte Chips: Man fängt mit einem Chip an, dann noch einer und dann noch einer, wird süchtig und stellt irgendwann überrascht fest, dass die Tüte leer ist. Die Idee hatte ich, als ich die neue RHEINPFALZ-Multimedia- und Print-Serie konzipiert habe. In der Zeitung steht ein möglichst ausgefallener Aspekt eines Themas, auf der Internetseite http://www.rheinpfalz.de/storys blicken wir unter dem Titel „Ein Blick, ein Klick“ hinter die Kulissen des „Drehorts“.

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Vom Größerwerden – oder: Über Schokolade, Leser und den Weg zum Redakteursberuf


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Ein Abend im September 2008, eine Anwohnerversammlung, für die RHEINPFALZ vor Ort: ich, 19 Jahre alt, erst seit wenigen Monaten freie Mitarbeiterin. Kommt einer der Herren Lokalgrößen auf mich zu, grinst, sagt: „Wenn Sie groß sind, wollen Sie sicher mal Journalistin werden!?“ Weiterlesen