Vom Fotografen nass gemacht


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Das fotografiert RHEINPFALZ-Fotograf Norbert Lenz besonders gerne: Christoph Hämmelmann plumpst beim Stehpaddeln (Stand up paddling) ins Wasser. Fotomontage: Lenz

Das fotografiert RHEINPFALZ-Fotograf Norbert Lenz besonders gerne: Christoph Hämmelmann plumpst beim Stehpaddeln ins Wasser. Fotomontage: Lenz

Auf diesen Termin hatte sich unser für Speyer und Umgebung zuständiger Fotograf schon vorab gefreut: Norbert Lenz und seine Frau Martina sollten Bilder machen, während ich für unsere Serie „Tour de Pfalz“ auf dem Otterstadter Altrhein einen Stehpaddel-Kurs mache. Was für Norbert bedeutete: „Wir fotografieren, wie du ins Wasser fällst.“ Ähnlich liebevoll fiel dann seine  Begrüßung am Strand aus: „Darfst Du so nackig überhaupt in die Zeitung?“

Dabei war ich zum Kurs ursprünglich nicht nur mit Badehose, sondern auch mit einem dünnen Oberteil angetreten. Doch dann war ich tatsächlich schon bald vom Brett gestürzt. Und danach klebte der Stoff derart penetrant auf meiner Haut, dass ich doch lieber auf das Laibchen verzichtete. Norbert allerdings hatte das alles gar nicht mitbekommen können, er war erst zwei Stunden später gekommen. Denn als Segelflieger hat der uns zwar schon jede Menge Luftaufnahmen geliefert. Aber was weit draußen auf dem Wasser passiert, hätte er vom Ufer aus trotzdem nicht fotografieren können. Außerdem waren da ja auch noch andere Stehpaddel-Anfänger,  die sich vielleicht lieber nicht in Badezeug in der Zeitung zeigen wollen.

Julian Gottwald erklärt Christoph Hämmelmann, wie beim Stehpaddeln (Stand up paddling) das Paddel zu halten ist. Foto: Lenz

So geht’s: Julian Gottwald erklärt Christoph Hämmelmann, wie beim Stehpaddeln das Paddel zu halten ist. Foto: Lenz

Also war mein Plan, dass ich mit unserem Paddellehrer Julian Gottwald vom Speyerer Trittbrett-Laden ganz am Ende noch einmal im Schnelldurchlauf mache und wir so für meine Reportage die Bilder der verschiedenen Ausbildungsstationen bekommen. Und den Platscher ins Wasser, dachte ich mir nun, könnten wir meinetwegen  ja noch einmal nachstellen. Also paddelte ich ein paar Meter vom Ufer weg, um dann das Brett zu wenden. Wobei genau dieses Manöver mich ungeplant und ein wenig zu früh ins Wasser plumpsen ließ. Als ich wieder aufgetaucht war, zuckte Norbert nur mit den Schultern: Seine Aufmerksamkeit hatte gerade ein planschender Hund gefesselt. Der Fotograf hatte daher leider kein Foto für mich.

Von Norbert veralbert: „Der Chip war voll“

Noch mal hoch: Christoph Hämmelmann lässt sich beim Stehpaddeln (Stand up paddling) auf dem Otterstadter Altrhein vom Fotografen ein weiteres Mal aufs Brett scheuchen. Foto: Lenz

Noch mal hoch: Christoph Hämmelmann lässt sich beim Stehpaddeln vom Fotografen ein weiteres Mal aufs Brett scheuchen. Foto: Lenz

Also kraxelte ich noch einmal aufs Brett, ließ mich noch einmal fallen. Doch nun rief mir Norbert vom Ufer her zu: „Oh, mein Chip war gerade voll. Ich hab‘ nur ein einziges Bild machen können.“ Brav lieferte ich ihm daher den dritten Platscher in Folge. Um mir dann vom ihm  sagen zu lassen, dass er mich mit der Geschichte vom vollen Chip natürlich nur veralbert hatte. Was ich mir, ehrlich gesagt, so auch schon gedacht hatte. Dafür bin ich mir immer noch unsicher, wie ich unseren Dialog am Anfang zu deuten habe. Denn auf seine Frage, ob ich so nackig überhaupt in die Zeitung darf, hatte ich geantwortet: „Ich hoffe, ich kann es mir noch erlauben.“

Daraufhin hatte er ziemlich kräftig losgewiehert. Es könnte ein spöttisches Lachen gewesen sein. Aber vielleicht lag es ja auch nur daran, dass er sich auf diesen Termin schon vorab so gefreut hatte.

 

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