Vom strengen Regiment eines Richters

Kaiserslautern, Landgericht, Sitzungssall, 1, Verhandlung im Bankraub-Verfahren von Olsbrücken, der Richter Alexander Schwarz. 25.05.2016 Foto: Joachim Ackermann/ view

Hat seinen Gerichtssaal im Griff: Alexander Schwarz. Foto: View

In Kaiserslautern steht seit Wochen ein mittlerweile gefeuerter Polizist vor Gericht, weil er die Sparkasse in Olsbrücken überfallen haben soll. Im Prozess führt der Vorsitzende Richter Alexander Schwarz ein strenges Regiment. Das hat vor allem der Verteidiger des Angeklagten zu spüren bekommen. Aber auch ein paar Zuschauer haben im Laufe des Verfahrens gelernt, was man im Gerichtssaal nicht darf.

Glimpflich ist ein älterer Herr davongekommen, der mit Rentnerkappe im Verhandlungssaal saß. Die musste er abnehmen, und schon war alles wieder gut. Wegen eines anderen Zuschauers allerdings hat Schwarz eine längere Gardinenpredigt gehalten. Dieser Mann hatte vor Verhandlungsbeginn im Gerichtsaal Fotos gemacht. Das tun die Fotografen der RHEINPFALZ oder anderer Medien natürlich auch. Nur: Wir lassen das vorher mit den Richtern abklären, denn die haben über den Saal eine nahezu unumschränkte Herrschaft – und zwar auch dann, wenn sie noch gar nicht im Raum sind. Außerdem wissen sie bei uns, dass wir uns an die Regeln halten. Die besagen zum Beispiel: Fotos dürfen nicht einfach veröffentlicht werden, wenn – zum Beispiel – ein Angeklagter darauf erkennbar ist.

Der eifrige Privat-Knipser allerdings soll sich noch mehr geleistet haben. Angeblich hat er dem Überfall-Opfer sinngemäß zugeraunt, dass der Angeklagte tatsächlich der Täter sei. Darin kann man den Versuch sehen, einen Zeugen zu beeinflussen. Wer so etwas ausprobiere, donnerte Richter Schwarz, werde ihn von seiner wirklich unangenehmen Seite kennenlernen. Und die habe er bislang noch gar nicht gezeigt … Erst einmal allerdings könnte dieser Zuschauer noch nähere Bekanntschaft mit der Staatsanwaltschaft machen. Der für das Verfahren zuständige Ankläger jedenfalls ließ sich den Ausweis des Mannes bringen. Und versprach ihm dann auf dem Flur: „Sie hören von mir.“

Heute wird in dem Prozess übrigens wahrscheinlich das Urteil fallen. Was bislang für und was gegen den Ex-Polizisten spricht, habe ich für die heutige Ausgabe in einem (kostenpflichtigen) Artikel zusammengetragen. Und was im Lauf des Tages tatsächlich passieren wird, lesen Sie morgen in der RHEINPFALZ.

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