Spaß vorbei


Von
Läuft wieder am Ring: Lower than Atlantis als erste Band auf der Hauptbühne. (Foto: pom)

Läuft wieder am Ring: Lower than Atlantis als erste Band auf der Hauptbühne. (Foto: pom)

Manchmal ist die Macht des Faktischen einfach stärker. Mein Blog sollte sich eigentlich damit auseinandersetzen, ob der Opernliebhaber und selbst ernannte Klassik-Futzi auch Rock-am-Ring-tauglich ist. Ob er drei Tage in Matsch und Hitze, zwischen gestählten Metal-Fans unbeschadet überleben würde.

Seit den Vorkommnissen von Freitag sollte man damit keine Scherze mehr machen. Die zwischenzeitliche Unterbrechung des Festivals, die von der Polizei als „konkret“ bezeichnete „Gefährdungslage“ hat alles verändert. Die journalistisch locker-flockige Herangehensweise ebenso wie das eigene Befinden. Auch wenn die Stimmung unter den Fans ungetrübt scheint, man selbst hat an den Vorgängen zu knabbern, und das nicht nur, weil der komplette Arbeitsablauf sich verändert hat.

Aber was heißt das schon im Vergleich zu einem Veranstalter, der fast 90.000 Menschen erklären muss, dass Rammstein nicht auftreten werden?

Es ist wohl tatsächlich so, dass wir akzeptieren müssen: Die Angst vor Terror ist Bestandteil unseres Alltags geworden. Man kann ihr nicht aus dem Weg gehen. Und sie wird auch die Fans bei Rock am Ring heute und morgen begleiten, auch wenn sie sich das nicht anmerken lassen.

Auf dieser Ebene zumindest haben wir uns getroffen, die Rocker und der Klassikliebhaber, der übrigens, um das mal offen zuzugeben, von dem abgesagten Auftritt von Rammstein auch sehr, sehr enttäuscht war. Denn die These, die es zu beweisen galt, hieß ja: Wagner ist auch nur Rammstein. Oder halt umgekehrt. Vielleicht beim nächsten Mal.

 
Dieser Beitrag wurde am von in Allgemein veröffentlicht. Schlagworte: , , , .

Über Frank Pommer

1966 im westpfälzischen Niederkirchen bei Kaiserslautern geboren. Nicht nur deshalb wäre eine Karriere als Sportredakteur eine logische Konsequenz gewesen. Oder als Heldentenor am Pfalztheater. War aber gerade nichts frei. Dann also Kulturjournalismus, passt ja auch ganz gut zum Studium der Germanistik, Musikwissenschaften und Romanistik. Seit 1997 bei der RHEINPFALZ, seit 2011 Leiter des Kulturressorts. Und als passionierter Opern- und Konzertgänger in diesem auch für die Klassikberichterstattung zuständig - egal, ob aus Kaiserslautern, Mannheim oder Bayreuth.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.